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Azubi-Ausflug 2007

Am 5. September fanden unsere alljährlichen Azubi-Tage statt, die uns mittlerweile zur lieben Gewohnheit geworden sind und auf die wir nur ungern wieder verzichten würden. Sie führten uns dieses Jahr in das bekannte Kloster nach Weltenburg, das wunderschön, hoch auf dem Kreidefelsen über der Donau liegt. Diese Fahrt ist keine gewöhnliche Ausflugsfahrt, sondern 3 Tage intensive Arbeit, in der durch gemeinsame Unternehmungen, Bewegung, Spaß, körperliche und geistige Anstrengung sowie Mut und gegenseitige Achtung, das Vertrauen und Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt wird.
Als wir in Weltenburg ankamen, waren alle sehr beeindruckt von der fantastischen Lage des Klosters, welches uns die nächsten drei Tage beherbergen sollte.Viel Zeit blieb nicht, um sich die Umgebung anzuschauen, denn unsere Betreuer des KAP (Kooperative Abenteuer Projekte) Institutes erwarteten uns schon.
Nach einer kurzen Vorstellung und Bekanntgabe was uns die nächsten Tage erwartet, bezogen wir alle unsere Zimmer und machten uns für die ersten Aufgaben bereit.

Als erstes machten wir ein Kennenlernspiel auf Bierkästen, natürlich ohne Alkohol. Mit den Kisten wurde ein Kreis gebildet und wir Azubis bekamen die die Aufgabe uns nach Alter und Alphabet zu zu sortieren ohne von den Kästen herunter zu fallen.
Dadurch das einige nichts sehen konnten oder nicht reden durften war es nicht ganz einfach sich zu verständigen und sich nach den vorgegebenen Kriterien zu sortieren.
Dennoch wurde diese Aufgabe von uns ohne große Probleme gemeistert. Als nächstes folgte ein weiteres Spiel, bei dem die Teamfähigkeit und das Vertrauen zu anderen gefragt war.

In einem abgegrenzten Gebiet wurden Handys versteckt, die alle zu einer bestimmten Zeit zu läuten anfangen würden. Unsere Aufgabe war es eine Strategie zu entwickeln um diese Handys zu finden bevor das Klingeln los ging.
Die Schwierigkeit dabei war, dass allen die Augen verbunden waren und erst dann jemand etwas sehen durfte, sobald seine Gruppe ein Handy gefunden hatte. Dieses Spiel war nicht einfach, es traten einige Probleme auf und wir mussten im abschließenden Feedback noch einiges klären.
Nach diesen Aufgaben durften wir uns dann erstmal im Kloster mit einem Mittagessen stärken, um dann wieder fit für den Nachmittag zu sein.

Als wir nach dem Essen und einer kleinen Pause wieder alle zusammen waren, wartete auf uns schon das nächst Highlight, eine Radtour.
Natürlich keine normale Radtour, sondern eine mit Karte und Kompass. Die Aufgabe war, es eine bestimmte Strecke zu finden und diese abzufahren. Es war nicht einfach die Wünsche aller Beteiligten unter einen Hut zu bringen, vernünftig zu diskutieren, Meinungen und Gefühle sachliche abzuwägen. Es wurde schnell klar wie wichtig ein Koordinator für die Gruppe ist und erst nach dem dieser gefunden war, wurden Aufgaben verteilt.
Als wir dann wieder zurück in Weltenburg waren hatten wir mit unseren Bikes nicht nur ein Stück Strasse hinter uns gebracht sondern waren auch einen Weg miteinander gegangen.

Der nächste Tag brachte eine Ortsveränderung, erst einmal ging’s weg aus Weltenburg Richtung Abendsberg. Die Gegend um Abendsberg ist bekannt für seine Höhlen und das war auch der Grund, dass wir dort hinfuhren. Es standen Befahrungen in zwei verschiedenen Höhlen auf dem Tagesplan. Wir bekamen unsre Ausrüstung, Helm, Kopflampe, Schutzanzug und Stiefel und machten uns auf den Weg zur ersten Höhle, der Schneiderhöhle. Dabei waren natürlich wieder Spiele angesagt um wach zu werden und ein paar erlernte Kenntnisse des vergangenen Tag anzuwenden. An der Höhle angekommen, erhielten wir erst einmal grundlegende Informationen über Höhlen, Verhaltensregeln und was uns erwarten würde.
Als alle bereit waren gingen wir los, einer nach dem anderen. Wir kamen durch Gänge die immer enger, dann immer niederer wurden, kamen durch große Hallen und zwängten uns durch enge Kamine, glitten steile, glitschige Abhänge hinunter und so mancher spürte dabei wo seine physischen und mentalen Grenzen sind. Die Höhle war recht klein und eng und mehr als eine Kopflampe hatte man an Licht nicht zur Verfügung. In einer größeren Halle angekommen, bekamen wir noch ein paar Informationen über die Schneiderhöhle und zugleich unsere neue Aufgabenstellung. Sie bestand darin, unser Kopflampen auszuschalten und ohne Licht wieder aus der Höhle herauszufinden. Das verlangte viel Vertrauen und Selbstdisziplin, denn ohne Licht ist es in einer Höhle nicht nur dunkel sondern man sieht absolut gar nichts nicht mal die sprichwörtliche Hand vor den Augen. Wir nahmen uns an den Händen und der erste in der Reihe tastete sich langsam nach vorne. Er signalisierte Kurven, Hindernissen, oder andere Veränderungen nach hinten. Damit kamen wir gut voran und als wir dann wieder Licht sahen war jeder froh aus der Höhle zu sein und ins geliebte Tageslicht zu blicken. Die Freude darüber war jedem anzusehen. Auch hier gab es wieder ein Feedback in dem Emotionen, Vertrauen und Ängste angesprochen wurden.

Gestärkt vom Mittagessen ging es am Nachmittag gleich weiter zur nächsten Höhle der Silbergrotte.
Diese Höhle war im Gegensatz zur andren keine einfach Höhle, bei der man nur gerade aus gehen muss, sondern bei der man richtig klettern muss. Dieses Klettern und Überwinden von Hindernissen nennt man dann Höhlenbefahrung.
Uns wurde von Anfang an gesagt, dass hier noch mehr Leute an ihre Grenzen stoßen werden, da diese Höhle nicht nur dunkel ist sondern auch sehr eng und man ohne Vertrauen zu anderen nicht weit kommt.
Was die Betreuer mit diesem Satz meinten erfuhren wir dann nacheinander.

Als wir die ersten paar Meter in der Höhle waren mussten wir schon das erste Hindernis überwinden, wir mussten nacheinan- der in eine enge Schlucht runterklettern und auf der anderen Seite wieder hoch.
In dieser Grotte war dann wirklich alles geboten, an klettern, krabbeln, rutschen und durchzwängen.
Die intensivste Erfahrung machten 2 Leute aus der Gruppe, als sie aus einem engen Loch nicht mehr raus kamen. Dabei wurde uns bewusst wie schnell man Hilfe von anderen benötigen kann und diese trotz Stolz und Ego auch annehmen muss, um weiter vorwärts zukommen.
Als wir in dem letzten Höhlenraum angekommen waren, hieß es nun die ganze Strecke wieder zurückzuklettern und alle Hindernisse nochmals zu überwinden.
Nachdem wir dies alles gemeistert haben und draußen unter dem geliebten Himmel im Tageslicht waren, konnte bei so manchem die Angst entweichen und man konnte Erleichterung und Glücksgefühle auf den Gesichter sehen.
Als wir uns am Abend um das Lagerfeuer versammelt haben, gab es viel zu erzählen, so mancher wurde dabei wieder zum Helden aber alle konnten sich über einen fantastischen Tag freuen.
Somit war schon der 2 Tag von unsrem Abenteuerausflug zu Ende und ein Tag stand noch bevor.

Am letzten Tag war noch ein großes Projekt geplant. Es sollten Gruppen gebildet werden, die jeweils ein Floß bauen um damit auf der Donau flussabwärts durch den Donaudurchbruch zu fahren. Am Fluss angekommen machten wir uns daran aus Plastiktonnen, Holzpaletten, Werkzeugen und Seilen ein „sicheres“ Floß zu bauen.
Es wurden Teams gebildet und jeweils ein Captain gewählt und dann hieß es in einer begrenzten Zeit eine Lösung zu finden, erschwerend kam hinzu, dass es nur eine einzige Lösung gibt, die am Ende von den Betreuern auch zugelassen wird

Ein Team hatte innerhalb kurzer Zeit die richtige Lösung andere brauchten länger. Alle fanden die richtige Lösung dann ging es an das Zusammenbauen.
Hier entstand zwischen den Mannschaften ein spielerisches Konkurrenzverhalten, wer das beste Floß baut.
Nachdem diese fertig gebaut waren und wir die Sicherheitshinweise berücksichtigt hatten, ging es dann endlich auf die Donau und wir konnten die Wassertüchtigkeit der Flösse sowie unsere seemännischen (fraulichen) Qualitäten erproben. Nach einer turbulenten Wettfahrt mit einigen Wasserschlachten landeten wir sicher an der vorgesehenen Anlegestelle, dort bauten wir die Schwimmgeräte wieder auseinander verstauten sie auf den bereitgestellten Fahrzeugen und transportierten sie zurück zum Lagerplatz.

Bei dieser letzten Aufgabe das Floß zu bauen, zu fahren und wieder abzubauen merkte man schon deutlich, dass die Teamarbeit, das Vertrauen und vor allem die Kommunikation untereinander, sich deutlich gebessert hat, die Teams arbeiteten nahezu perfekt zusammen so das es eine Freude war.
Die Floßfahrt war ein guter Abschluss, es wurden noch mal die ganze Bandbreite der menschlichen und zwischenmenschlichen Zusammenhänge beansprucht, jeder konnte seine Stärken einbringen, um gemeinsam einen positiven Abschluss zu finden und dies in einer fantastischen Landschaft.
Nachdem alle wieder im Kloster angekommen waren, gab es noch eine Rückschau mit Kritikgespräch über die drei vergangenen Tage und im Anschluss eine Diashow mit vielen schönen Bildern von uns.
Danach ging es mit vielen schönen Erinnerungen und Erfahrungen im Gepäck wieder zurück nach Weilheim, damit waren die aufregend schönen Azubi Tage 2007 zu Ende.

Bernadette Baudrexl

Das ZARGES Forscher-Team v.l.n.r. hintere Reihe: Martin Bartl, Sebastian Benicke, Stephan Jahl, Judith Parzefall, Dennis Hecher, Aline Krause, Ignaz Grimm, Kathrin Kapfenberger, Andreas Schuster, Andreas Fischer, Marion Kratzl
vordere Reihe: Alexander Prager, Korbinian Reger, Patrick Stadler, Simone Harrer, Bastian Scheithauer, Manuel Dempfle, Marco Helzel, Matthias Steidten, Anna Nießner, Domenik Metsch, Bernadette Baudrexl, Benjamin Werner