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Azubi-Tage 2008

„Azubi Tage“ bei Zarges, das ist für uns Auszubildende schon ein liebgewordener Begriff, mit dem wir erlebnisreiche Lerntage in positiver Umgebung verbinden.
In dem Zeitraum vom 3. bis zum 5. September fanden die diesjährigen Azubi-Tage statt. Schon in der Früh um 7 Uhr ging es einem unbekannten Ziel und Programm entgegen, denn das einzige was die Teilnehmer dieses Trips erfahren haben, war die Information, dass die Reise ins ca. 2 Autostunden entfernte Kleinwalsertal ging. Dem entsprechend hoch war die Spannung bei allen Teilnehmern als sich der Bus die letzten 10 km nur noch über enge und kurvenreiche Landstraßen dem Ziel näherte. Die letzten Meter gingen wir dann noch zu Fuß (ca. 10 min) über einen leichten Bergpfad zur Hütte, die uns die nächsten drei Tage beherbergen sollte. Dort wurden wir schon von unseren Betreuern vom Team Faszinatour und der Köchin Oda, die uns in den Tagen vorzüglich bekochte empfangen.

In einer ersten Runde hielten wir noch unsere eigenen Erwartungen auf Kärtchen fest und befestigten sie an einer Pinnwand um sie immer sichtbar zu haben. Insgesamt war die Kennenlernrunde bei der jeder seine Vorlieben wie Hobbys, Lieblingsessen, Ausbildungsberuf und so weiter spielerisch bekannt machte für alle wichtig. Es war sehr interessant, da wir aus dem ersten Lehrjahr fast niemanden kannten und so das Ein oder Andere über unsere neuen Arbeitskollegen erfahren konnten.  Im Anschluss an dieses Spiel, wurden die Zimmer bezogen und man konnte sich kurz etwas ausruhen.

Am Nachmittag teilten die Faszinatour- Leiter Benno und Sven die Auszubildenden in zwei Gruppen auf. Es begann nun der „Ourtdoorpart“ des Programms für den Mittwochnachmittag. Ausgerüstet mit festen Schuhen wurden durch das hügelige Bergland des Kleinwalsertals gewandert. Den richtigen Weg konnten wir mithilfe eines GPS-Gerätes und Kompassen finden.
Um die Koordinaten für die Wegpunkte zu bekommen haben die Trainer Informationszettel ausgeteilt. Nicht immer gelang uns dabei die richtige Richtung anhand der Geräte zu finden. Aber die Teamfähigkeit wurde bei der Suche nach dem Weg gestärkt und außerdem war die gemeinsame Wanderung eine gute Gelegenheit um sich besser kennen zu lernen. Um bei dem Fußmarsch noch intensiver auf den Inhalt der erlernten Schlüsselqualifikationen vom Vormittag einzugehen, wurden zwischendurch von den Leitern kleine Spiele eingebaut. Dadurch wurde die Ausdauer, die Teamfähigkeit und vor allen dingen die Proaktivität (wichtige Schlüsselqualifikationen) aller herausgefordert.

Bei einer dieser Aufgabenstellungen entwickelten die Gruppenmitglieder zusammen eine Strategie  um in möglichst kurzer Zeit alle Teilnehmer durch eine Bandschlinge mit ca. 60 cm Durchmesser zu bringen. Dabei wurde nach jedem Durchgang nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht und diese sofort umgesetzt. Am Ende war es möglich 11 Personen in 9,6 Sec durch die Bandschlinge zu bringen. Dies war nur möglich durch Innovative Zusammenarbeit, bei der ständig alle Teilnehmer nach Verbesserungen suchten und diese Ansätze im gemeinsamen Ringen zu einer brauchbaren Lösung führten. Aber auch ein anderes Spiel hatte es in sich: „Der Blind-Gang“. Dieses Spiel forderte von jedem vollstes Vertrauen. Gegenseitig führte man sich in zweier Paaren durch den Wald und durfte dabei nur mit Worten die Richtung beschreiben. Trotz des Ein oder Anderen Hindernisses wie Baumwurzeln und Gestrüpp wurde jeder heil zum Ausgangspunkt zurückgebracht.

Als wir abends zurück bei der Unterkunft angelangt waren wurden verschiedene Rollen im Team (zum Beispiel der Koordinator, der Kreative oder der Macher) verteilt. Dabei fand man heraus, dass die Selbsteinschätzung nicht immer mit der Meinung der Anderen übereinstimmt. Somit konnte sich jeder ein Ziel für die nächsten Tage setzen um auch mal seine Rolle im Team zu erproben und über sich hinaus zu wachsen. Nach der Besprechung ließen anschließend einige von uns den Abend mit verschiedenen Kartenspielen ausklingen.                                                                                                                                   Den zweiten Tag begannen wir mit einem kleinen Aufwärmspiel, bei dem wir uns im Kreis aufgestellt haben. Einer der Gruppenleiter warf drei Tennisbälle in den Kreis und das Ziel des Spiel war es, die Tennisbälle so weiter zu geben, dass ein Spieler zwei Tennisbälle auf einmal hatte und somit aus dem Kreis ausgeschlossen wurde. Im Laufe des Spieles wurden alle Teilnehmer ausgespielt bis auf vier Personen, die den Ball am Geschicktesten weitergegeben haben.

Anschließend trafen wir uns alle im Gruppenraum. Hier besprachen wir in Präsentationen welche Fehler und Probleme bei den gestrigen Aufgaben auftraten, um diese bei unserem großem Projekt, der Brücke, zu vermeiden. Beispielsweise wollten wir die Schlüsselqualifikationen Kommunikation und Problemlösekompetenz noch weiter verbessern um schneller Schwierigkeiten lösen zu können. Danach     teilten   wir uns in vier Gruppen auf. Jeweils zwei Gruppen durften später beim Brückenbau zusammenarbeiten.

Bei der Planung wurden bestimmte Anforderung an die zu fertigende Brücke gestellt, wie zum Beispiel die  Breite der    Brücke von 1 Meter, die Höhe der Brücke von mindestens 80 cm und die  Mindestlänge von 1,80 Meter. Jedoch hatten wir nur eine begrenzte Anzahl Material zum Bau der Brücke  zur Verfügung. So planten wir wie man eine stabile und sichere Brücke aus 20 kurzen Balken (ca. 2m), 9 langen   Balken (ca. 3m) und 60 Seilen, die ca. 3 Meter lang waren bauen konnte.  Die Brücke  musste  außerdem  die Last von 12 Personen tragen können. Zur besseren Vorstellung fertigten wir eine Skizze sowie einen Plan mit Materialangaben und Vorgehensweise für den späteren Brückenbau an. Diese Skizze wurde anschließend in einer Präsentation von den verschiedenen Gruppen einander vorgestellt, die noch mal für das Überdenken unserer Konstruktionen sorgte.
Am Ende der wichtigen Planungsphase hatten wir aber trotzdem noch ein wenig Zeit um die letzten Feinheiten des Brückenbaues zu besprechen und Schwachstellen der Konstruktion auszubessern. Nun konnte es endlich losgehen, das Material wurde aufgeteilt. Anschließend begannen wir das Grundgerüst zu errichten, nun hatten wir 75 min um die komplette Brücke zu bauen. Alle knoteten und testeten die Standhaftigkeit und Stabilität der Brücke. Nach ca. 70 Minuten wurde uns klar dass die vorgegebene Zeit nicht ausreichen würde, deshalb nahmen wir noch zusätzliche Bauzeit in Anspruch.

Besonders die Technik der festen Knoten hatte es in sich. Als dann schließlich beide Teams mit dem Bau der Brücken fertig waren, testeten unsere Guides ob die Brücken auch die vorgesehene Belastung aushalten würden. Schließlich gab man uns das „OK“ die Brücke zu begehen. Also betraten wir langsam und vorsichtig die selbstgebauten Brücken. Es knarzte ein wenig doch die Brücke hielt mit Bravour stand. Jeder  in der Gruppe fand am Ende Begeisterung an den selbstgebauten Konstruktionen. Aber trotzdem bauten wir die Brücke anschließend wieder ab. Insgesamt forderte diese Aufgabe von uns besonders die Schlüsselqualifikationen die auch bei Aufgabenstellungen im Betrieb wichtig sind. Als Tagesausklang  veranstalteten wir einen großen Spieleabend in dem es sich meist um Teamwork und Geschick handelte. In einem der kniffligsten Spielen ging es darum in der Gruppe aus einem Seil ein Pentagramm zu bilden. Als wir nach langem Überlegen mit dem Pentagramm fertig waren suchten wir eine Lösung um ein „Nikolaus Haus“ zu formen ohne dabei zu sprechen. Nach einigen Minuten mit vergeblichen Versuchen nach der richtigen Methode ergriff einer der Lehrlinge die Initiative uns zu leiten um das „Nikolaus Haus“ mit der riesigen Schlinge zu bilden. Mit dieser guten Leitung schafften wir es geschickt diese Aufgabe zu meistern. Nach diesem anstrengenden aber schönen Donnerstag waren alle geschafft und freuten sich auf ihr Bett.  

Am letzten Tag unseres  Azubi-Ausflugs ging es wie am Vortag mit einem kleinen Aufwärmspiel los. Bei dem Spiel handelte es sich um „Chinese Poker“ in dem zwei Gruppen sich gegenüberstanden und „Schnick schnack schnuck“  mit Händen und Füßen spielten. Die beiden Gruppen konnten sich vor jeder Runde aussuchen welche Figur (Oma, Drache, Samurai) sie wählen. Es gab am Ende keinen Gewinner weil wir immer die gleiche Strategie gewählt haben um die „Gegner-Gruppe“ zu schlagen.  Anschließend teilten wir uns in die Gruppen vom  Vortag auf und vergaben verschiedene Merkmale, wie sich die Personen ins Team eingebracht haben (Rollen im Team). Einer unserer Gruppenleiter las uns danach eine kurze Geschichte vor zu der Fragen gestellt wurden die jeder für sich beantworten sollte. Die Fragen hatten den Sinn das jeder erkennt das man genau zuhören muss um auch wirklich jede Information mit zu bekommen.

Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir mit dem Thema Selbstbild – Fremdbild und wie es sich im Laufe des Lebens verändert bzw. momentan aussieht. Später starteten wir mit den Grundlagen von Feedback– Gesprächen (wie zum Beispiel: dem Feedbackgeber  zuhören, sachlich bleiben, ausreden lassen). Wir wurden nicht nur über die Feedbackregeln aufgeklärt sondern auch über die Grundlegenden Regeln der Kommunikation. Dazu gehören auch die verbale (was man sagt) und nonverbale (wie man sich ausdrückt) Sprache. Nach dem wir wussten wie ein vernünftiges Gespräch aufgebaut ist und wie man ein solches Gespräch hält  wendeten wir diese nun in der Praxis an. Dafür teilten wir uns in Gruppen mit jeweils drei Personen auf.

Unser Gruppenleiter stellte uns drei Themen zur Auswahl (z.B. Geldschulden, Rauchen während des Aufräumens in der Arbeit und riskantes Autofahren). Jeder in den einzelnen Gruppen konnte sich ein Thema aussuchen über das er dann mit einem Gruppenmitglied ein Feedbackgespräch halten sollte. Dabei wurde vorwiegend die Konfliktfähigkeit der Lehrlinge gefragt. Zum Schluss besprachen wir wie gut es uns gelungen ist die Regeln einzuhalten. Um am Ende des Vormittags noch mal auf die Grundlage der Azubi-Tage einzugehen schrieb jeder für sich persönlich auf welche Schlüsselqualifikationen ihm am wichtigsten erscheinen und welche in den nächsten Wochen und Monaten besonders in der Praxis angewendet werden sollten.

Für Freitagnachmittag war als Abschluss der Azubi–Tage eine Überraschung vorgesehen. Nach dem Einladen des Gepäcks fuhren wir um ca.13 Uhr los. Es war eine Reise in das Ungewisse, da keiner genau wusste wo es hingehen würde. Dennoch waren alle voller Vorfreude auf das Kommende und warteten gespannt im Bus. Als wir in der Nähe von Sonthofen das Gelände der Firma Faszinatour betraten, waren wir alle schwer beeindruckt. Ein riesiger Klettergarten türmte sich vor unseren Augen auf. Nach den Sicherheitsanweisungen und dem Ankleiden von Gurt, Helm und dem restlichen Equipment, was einzelnen schon Sorgen bereitete, gingen wir los. Die Überraschung folgte sofort danach, als unsere Guides Sven und Benno uns nicht in Richtung Klettergarten sondern in Richtung eines nahe gelegenen Wald führten. Als wir dort angekommen waren konnten wir es nicht fassen. Ein riesiger Hochseilgarten lag vor uns, den wir nur mit entsprechender Spezialausrüstung bezwingen konnten. Nach weiteren Anweisung und Probeläufen am Boden wagten wir alle den ersten Versuch. An Stahlseilen, die über dem Abgrund von Baum zu Baum gespannt waren, mit Längen bis zu 70 Metern und in Höhen bis zu 20 Metern, trieb uns das so genannte „Flying- Fox“ gehörig Respekt und Überwindung ein. Das  Gleiten an dem gespannten Stahlseilen bereitete dem ein oder anderen etwas  Schwierigkeiten. Dennoch hatten wir und unsere Ausbilder an diesem Nachmittag viel Spaß und einige von uns konnten von diesem Adrenalinkick gar nicht genug bekommen.

Als wir nach dem Spektakel unsere Helme ablegten, trafen wir uns noch einmal um unsere Eindrücke und Erfahrungen der letzen Tage auszutauschen. Auch unsere Erwartungen auf den Kärtchen, die wir am Anfang der Reise angesprochen haben sind zum größten Teil erfüllt worden. Nach den einwirkenden Schlusssätzen unserer Guides verabschiedeten wir uns und stiegen in den Bus ein der uns Nachhause brachte. Alle waren sehr müde und geschafft und so kamen wir wohlbehalten am späten Nachmittag zu Hause an. Insgesamt hatten wir bei meistens tollem Wetter, guter Unterkunft und einer klasse Verpflegung drei wundervolle Tage die uns viel Spaß gemacht haben, jeden einzelnen weitergebracht und uns Azubis besser zusammen geschweißt haben.