E-Zigaretten-Rücknahme & Akku-Sicherheit

Seit 1. Juli 2026 müssen Kioske, Tankstellen, Tabakwarenläden und der Lebensmitteleinzelhandel ausgediente E-Zigaretten zurücknehmen. Was das für die sichere Lagerung der enthaltenen Lithium-Akkus bedeutet, erklärt ZARGES-Experte Ingo Scherzer.

Ingo Scherzer, Product Manager Secure Storage EMEA

Neue Rücknahmepflicht für E-Zigaretten: Warum sichere Akku-Lagerung jetzt auch den Handel betrifft

Seit dem 1. Juli 2026 gilt eine wichtige gesetzliche Neuerung: Im Zuge der Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) sind Kioske, Tankstellen, Tabakwarenläden und der Lebensmitteleinzelhandel verpflichtet, ausgediente E-Zigaretten zurückzunehmen – unabhängig davon, ob dabei ein Neugerät gekauft wird. Für den Handel bedeutet das: Deutlich mehr gebrauchte, teils beschädigte Lithium-Akkus gelangen künftig in die eigenen Geschäfte, oft in Branchen, in denen der sichere Umgang mit Gefahrgut bislang kaum ein Thema war.

Kleines Gerät, große Wirkung

In jeder E-Zigarette steckt eine Lithium-Batterie. Wird sie beschädigt, kann sie ähnlich schwere Brände auslösen wie der Akku eines E-Bikes oder Elektrowerkzeugs. Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) beziffert das Ausmaß: 2024 kam es in Deutschland täglich zu bis zu 30 Bränden in Entsorgungsfahrzeugen, Recyclinghöfen und Abfallbehandlungsanlagen – rund 80 Prozent davon durch falsch entsorgte Lithium-Akkus, häufig durch mechanische Beschädigung in Müllpressen. Ein beschädigter Akku kann dabei über 1.000 Grad Celsius erreichen; löschen lässt sich ein solcher Brand kaum, da Wasser bei diesen Temperaturen mit den Batteriezellen reagiert und die Situation zusätzlich verschärft.

Warum das Risiko im Handel steigt

Eine neue, unbenutzte E-Zigarette gilt in der Regel als unkritisch – das eigentliche Risiko entsteht erst im gebrauchten Zustand. Mechanische Beschädigung oder Überhitzung erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines internen Kurzschlusses deutlich. Werden zurückgenommene Geräte lose in einer Schublade oder einem Karton gesammelt, ohne Trennung oder Schutz vor Belastung und Wärme, ist genau das der klassische Auslöser für Lagerbrände – mit möglichen Folgen auch für den Versicherungsschutz, da Versicherer inzwischen einen nachweislich sachgerechten Umgang mit erkennbaren Gefahrenquellen erwarten.

Worauf es bei einer sicheren Lösung ankommt

„Für Supermärkte, Kioske, Tankstellen und Tabakwarenläden ist der Umgang mit Gefahrgut bislang oft kein Thema gewesen", ordnet Ingo Scherzer, Produktmanager EMEA Secure Storage bei ZARGES, die neue Situation ein. Er empfiehlt Händlern, bei der Auswahl einer Aufbewahrungslösung auf fünf Punkte zu achten:

  1. Unabhängige Zertifizierung – Prüfung durch eine anerkannte Stelle wie TÜV oder BAM, statt sich auf Werbeversprechen zu verlassen.
  2. Eignung für alle Batteriezustände – auch bereits beschädigte oder kritisch defekte Akkus müssen sicher aufgenommen werden können.
  3. Passende Kapazität – Behältergröße an die realistisch erwartete Rücknahmemenge anpassen, mit etwas Puffer.
  4. Einfache Handhabung – ein durchgehendes, feuerfestes Kissen statt vieler kleiner Fächer schließt Bedienfehler beim Einsortieren aus.
  5. Langlebigkeit – robuste Materialien wie Aluminium überdauern Kunststoff, der nach wenigen Jahren spröde wird.

Feuerfeste Aufbewahrungsbehälter wie die ZARGES Akku Storage Box wurden gezielt für die sichere Lagerung von Lithium-Batterien entwickelt: Sie halten hohen Temperaturen stand und begrenzen die Rauchentwicklung im Ernstfall. Wer Geräte zusätzlich selbst zur Rücknahmestelle transportiert, sollte auf eine nach UN-Norm zugelassene Transportlösung setzen.

Die neue Rücknahmepflicht bringt einen erweiterten Kreis an Betrieben in die Verantwortung für die sachgerechte Entsorgung von E-Zigaretten. Wer jetzt seinen Bedarf prüft und in eine zertifizierte Sicherheitslösung investiert, schützt Ware, Umsatz, Mitarbeitende und Kundschaft gleichermaßen.

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